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04.04.2017
Speyerer Gespräche
Was erwarten Unternehmer von Berufsanfänger und umgekehrt.
Dirk Borgartz; stellvertretender Vorstandssprecher der Volksbank Kur und Rheinpfalz, Walter Rettl; ehemaliger Pre Opening Manager und Direktor der Stadthalle Hockenheim, sowie Steffen Schwind, Personalleiter der Stadtwerke Speyer diskutieren unter der Moderation des Landtagsabgeordneten Reinhard Oelbermann mit rund 40 Jugendlichen aus der Region über die Herausforderungen des Berufslebens. 
Auf Einladung der Kreisvorsitzenden der Mittelstandsvereinigung (MIT) und der Jungen Union Speyer (JU) kamen insgesamt um die 60 Personen im Hotel Löwengarten zusammen. Beide Vorsitzenden Anton B. Steber und Michael Spirk freuten sich an dem Abend auch Silvia Hoffmann von der Frauen Union (FU) Thomas Cantzler von der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) sowie den ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Professor Dr. Gottfried Jung begrüßen zu dürfen. Steber würdigte in seinen einleitenden Worten das berufliche Engagement von Gottfried Jung: „Wer jeden Morgen über mehrere Jahrzehnte hinweg nach Mainz ins Ministerium zur Arbeit gefahren ist, weiß auf was es ankommt.“ Darüber hinaus wies er direkt am Anfang der Veranstaltung darauf hin, dass man im Leben zwangsläufig auch mit Misserfolgen umgehen müsse. Was letztlich zähle sei neben der Motivation auch insbesondere das Verhalten nach einer Niederlage: „Alle erfolgreichen Menschen weisen acht gemeinsame Eigenschaften auf. Dazu zählen nach der Leidenschaft für ein Thema, harter Arbeit, dem Drang sich ständig zu verbessern, einem fokussierten Blick, einen Riecher für Neuerungen und Innovation, die eigene Motivation, die Bereitschaft seinen Mitmenschen zu helfen, vor allem der Wille nach einer Niederlage wieder aufzustehen. Je öfter man gestärkt aufsteht, desto besser wird man.“  
Michael Spirk ließ es sich ebenfalls nicht nehmen die persönlichen Leistungen Jungs zu würdigen indem er das Engagement als Hochschullehrer im Nebenamt hervorhob. „Aus diesen Erkenntnisse können wir als Schüler und Studenten lernen. Vielleicht gibt es auch Tipps, was Korrektoren glücklich macht“. Als einleitendes Zitat verwendete Spirk einen Tweet einer Schülerin, die das Bildungssystem angriff. „Ich bin fast 18, habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder dem Bewerbungsschreiben, ich kann aber ein Gedicht analysieren, in vier Sprachen.“ Genau die daraus resultierende Diskussion über das Bildungssystem war die Motivation für diese Veranstaltung da oft bemängelt würde, dass man für die Schule lernt und nicht für das Leben. Ziel der Veranstaltung sei es durch Erfahrungen aus erster Hand lernen können. 
 
Damit wurde das Ruder an Reinhard Oelbermann übergeben, der souverän mit der bekannten Klarheit und Prägnanz den Abend leitete. Selbstverständlich war somit auch für Humor gesorgt. So antwortete Oelbermann auf die Frage wie man sich verhalten solle, wenn man gute Leistungen bringt, jedoch nicht an jemanden vorbeikommt: „Wie sie sehen, kommt man an mir nicht leicht vorbei“. Nach diesem auflockernden Spruch folgte aber direkt im Nebensatz, dass harte Arbeit und Einsatz zählten. Sofern die Karriereleiter in einem mittelständischen Betrieb schon vorbestimmt zu sein scheint, darf man nicht davor wegschrecken nach ein paar Jahren den Wechsel in einen anderen Betrieb zu wagen. Die Zeiten, bei denen man sein ganzes Leben in einem Betrieb verbringt, hätten sich geändert. Es ist durchaus wahrscheinlich im modernen Berufsleben drei bis viermal den Beruf zu wechseln. 
 
Auf die allgemeine Frage wie der Idealbewerber aussieht, betonten die drei Experten, dass Eigenschaften wie Individualität, Authentizität und ein gewisser Grad an Hartnäckigkeit dazu gehören. Dirk Borgartz wünscht, dass Bewerber sich bereits über das Unternehmen informiert haben und einen gewissen Grad an Allgemeinwissen mitbringen. „Kleiner Tipp am Rande. Bringen Sie einen Stift und einen Block zum Bewerbungsgespräch mit. Das impliziert Interesse“, so der stellvertretende Vorstandssprecher. Steffen Schwind ergänzte, dass bei vielen Bewerber eine klare und übersichtliche Bewerbung hervorsticht. „Schnell trennt sich die Spreu vom Weizen. Rechtschreibfehler, lose Blätter und unübersichtliche Lebensläufe führen dazu, dass die Personalabteilung die Bewerbung relativ rasch ad acta legen muss. Geben Sie sich Mühe. Man bekommt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“, erklärt der Personalleiter. 
Wallter Rettl stimmt seinen Vorrednern zu und betont darüber hinaus, dass ein gepflegtes Äußeres auf den Gesamteindruck einen hohen Einfluss hat. „Meine Herren man achtet auf das Händeschütteln. Ein zu lascher Handdruck macht nicht den besten Eindruck.“, so Walter Rettl abschließend. 
 
Welche persönlichen Eigenschaften zählen, außerhalb guter Noten? Wie setzt man sich später im Berufsleben durch? Welche Vorteile bieten Großunternehmen, welche Vorteile der Mittelstand oder das Wagnis der Selbstständigkeit? Wie wird die voranschreitende Digitalisierung unseren Berufsalltag verändern und wie können wir uns auf diese Neuerungen am besten vorbereiten? All diese Fragen wurden durch das Podium erörtert.  
 
Abschließend akzentuierten die Referenten, dass persönliches Engagement im Sport oder im Ehrenamt den Unternehmer beeindrucken. Außerschulisches Engagement zeigt nämlich, dass der potenzielle Berufsanfänger belastbar ist. „Dem kann ich nur zustimmen. Am liebsten habe ich mit Menschen zusammengearbeitet, die flexibel sind, und somit Eigeninitiative ergreifen.“, erläuterte Gottfried Jung. 
 
Reinhard Oelbermann beendete die Diskussionsrunde mit einem zusätzlichen Dank an die Jugendlichen. „Vielen Dank für Ihr Kommen. Auch wir konnten sicherlich neuen Input für unsere Arbeit und die kommenden Herausforderungen mitnehmen.“. Dem schloss sich auch Anton Steber an und unterstrich diese Aussage: „Ihr Kommen, vor allem bei diesem schönen Wetter zeigt, dass Ihnen Ihre Zukunft nicht egal ist. Das ist die beste Voraussetzung für den späteren Erfolg.“ Auch Michael Spirk bedankte sich bei den vielen Teilnehmern und betonte dabei die Rolle der Jungen Union, die er neben dem politischen Wirken, vor allem auch im sozialen Bereich sieht. „Menschen zusammenzubringen, Gespräche zu führen, und so auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen ist auch Aufgabe einer politischen Vereinigung. Diese Art von Veranstaltungen machen uns am meisten Spaß“, erklärt Michael Spirk abschließend. 
 
Beide Kreisvorsitzenden kündigten zudem eine weitere Kooperation für das kommende Speyerer Gespräch im Juli an.