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04.08.2016
Kann gut zuhören: Reinhard Oelbermann
Interview mit Jutta Jansky
Nach den 17. rheinland-pfälzischen Landtagswahlen am 13. März zog Reinhard Oelbermann nach einem kurzen aber intensiven Wahlkampf mit einem Direkt- mandat für die CDU im Mai in den Landtag ein. Der Diplom-Betriebswirt und Buchhändler wurde am 7. Juni 1955 in Speyer gebo- ren. Hier ist er aufgewachsen und hat am Purrmann-Gymnasium sein Abitur ge- macht. Nach dem Abi ging’s zum Wehrdienst und danach begann das BWL-Stu- dium in Mannheim. Noch während des Studiums übernahm Oelbermann Verant- wortung in der elterlichen Buchhandlung, die er seither erfolgreich führt und im- mer weiter ausbaut. Reinhard Oelbermann ist verheiratet und hat mit seiner Frau Evelyne vier Kinder im Alter von 22 bis 38 Jahren. Vier Enkelkinder im Alter von drei bis zehn Jahren komplettieren die Familie, die 1992 von Speyer nach Dudenhofen zog. Hier hatte der Hobby-Landwirt mehr Platz für seine Rinder und Pferde. Vor zehn Jahren trat Reinhard Oelbermann als Unterstützer des damaligen Land- ratskandidaten und heutigen Landrats Clemens Körner in die CDU ein. Schnell wurde er in den Gemeinderat und später den Verbandsgemeinderat Römerberg- Dudenhofen gewählt. Seit rund 16 Jahren ist Reinhard Oelbermann außerdem Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Kur- und Rheinpfalz.

Jutta Jansky: Was hat sich für Sie mit Ihrer Tätigkeit als Landtagsabgeordneter verän- dert? 


Oelbermann: Was sich für mich geän- dert hat, ist die Selbstbestimmung mei- nes Tagesablaufs. Das Zeitfenster für Privates ist etwas kleiner geworden und an das Zeitmanagement werden hö- here Ansrüche gestellt. Aber mit famili- ärer Unterstütung, besonders der Hilfe meiner Frau, ist das zu schaffen und wir sind meist fröhlich bei der Arbeit. Seit zwei Jahren ist auch unser jüngstes Kind aus dem Haus und meine Frau ist wieder mehr in den Betrieb mit einge- stiegen. Das erleichtert Vieles.
 

Jutta Jansky: Unterscheidet sich die Arbeit im Landtag stark von Ihrer politischen Tätigkeit im Gemeinde- oder Verbandsgemeinde-Rat?

Oelbermann: Ja. In Dudenhofen und Römerberg kennen wir uns alle, meist auch privat. Man hatte die Kinder zur gleichen Zeit im Kindergarten und in der Schule und trifft sich regelmäßig bei den örtlichen Veranstaltungen.

Die Abgeordneten aus Rheinland-Pfalz kommen aus allen Regionen und setzen hierdurch auch in ihrer politischen Arbeit deutliche Unterschiede. Wer die Eifel vertritt hat andere Prioritäten, als ein Vertreter der Südpfalz. Außerdem muss ich nicht nur die Abgeordneten der eigenen Fraktion erst besser kennen lernen, sondern auch die Abgeordneten der anderen im Landtag vertretenen Parteien. Das wird noch eine Weile dauern.

VJH: Hat man in der Opposition überhaupt einen Gestaltungsspielraum?

Oelbermann: Ja, allderings weniger bei den großen Themen. Doch in den Fach- bereichen und Ausschüssen hat man auch als Opposition eine Stimme. Die Abgeordneten aller Fraktionen hören zu und manches Mal sind es ja auch die Details, welche die Auswirkung einer Entscheidung maßgeblich bestimmen. Für mich, als Neuling im Landtag, ist es gerade eine höchst spannende Zeit, vor allem durch die Turbulenzen, die der gescheiterte Hahn-Verkauf auslöste. Wie bei vielen anderen Abgeordneten 
ist es auch bei mir: Für mich hat die Region, die ich vertete, haben die Men- schen hier den höchsten Stellenwert –auch wenn man in der Opposition nicht so frei gestalten kann, wie in der Regierung.

VJH: Im Wahlkampf und auf Ihren Internetseiten versprechen Sie den Bür- gerinnen und Bürgern Ihres Wahlkrei- ses, dass sie für deren Probleme und An- regungen immer ein offenes Ohr haben werden. Ist das heute noch so?

Oelbermann: Ja, dazu stehe ich auch heute noch. Wenn ich in der Buchhandlung bin, kann mich jeder ansprechen. Ich habe sogar ein Bürgerbüro im Obergeschoss eingerichtet, so dass Gespräche auch unter vier Augen möglich sind. Eigentlich bin ich dauernd im Kontakt mit den Menschen hier. Sie kommen mit kleinen und großen Anliegen und ich glaube, dass noch nie jemand wieder hinaus ging, ohne das Gefühl zu haben, dass ich ihm wirklich zugehört habe.