Hintergrund
  • Teaser
  • Teaser
  • Teaser
  • Teaser
Auf Kontrastseite umschalten Schrift vergrößern Schrift verkleinern
Speyer
Zahlen und Fakten über die Stadt Speyer
 

Bundesland: Rheinland-Pfalz
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 42,58 km²


Einwohner: 50.391 (30. September 2004)
Bevölkerungsdichte: 1.183 Einwohner je km²


Höhe: 92 - 113 m ü. NN
Postleitzahl: 67346 (alt: 6720)
Vorwahl: 06232

Kfz-Kennzeichen: SP
Stadtgliederung: 4 Stadtteile

 
Linie

 

Geschichte der Stadt Speyer

Mehr als 5000 Jahre ist es her, dass sich an einer Rheinfurt in der Gegend des heutigen Speyer eine erste bäuerliche römische Bevölkerung auf Dauer niederließ. Davon legen Funde aus der Stein-, Bronze- und Einsenzeit - lange bevor schriftliche Quellen einsetzten - Zeugnis ab.

Mit Caesars Feldzügen in Gallien wird der Rhein zur Grenze des sich ausdehnenden römischen Reichs. - Grenzsicherung tut Not.
Als Ausgangspunkt für die rechtsrheinischen Eroberungen errichten römische Soldaten um 10 v.Chr. hier ein Lager für eine 500 Mann starke Infanteriegruppe, das den Impuls zur nachfolgenden Stadtgründung gibt.
Um das Jahr 150 n.Chr. erscheint die Stadt in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios unter dem Namen NOVIOMAGUS; der gleiche Name begegnet im Itinerarium Antonini, einem Anfang des 3. Jahrhunderts n.Chr. verfassten Straßenhandbuch des römischen Reichs.

Als Hauptort im Territorium der Nemeter (Civitas Nemetum), eines germanischen Stammes, der bereits seit den Zeiten des Kaisers Augustus auf dem linken Rheinufer ansässig war, taucht zur selben Zeit in Inschriften und auf Meilensteinen der Name NEMETUM für Speyer auf.
An zentraler Lage der Rheintalstraße und als Sitz eines regionalen Verwaltungszentrums entstand eine repräsentative Stadt mit Marktplatz, breiten arkadengesäumten Straßen, öffentlichen Einrichtungen, Wohngebäuden, Tempeln und einem Theater. Von ihrer Bedeutung zeugen die reichen Funde - unter ihnen die älteste Weinflasche Deutschlands -, die im Historischen Museum der Pfalz zu besichtigen sind.

Von den Stürmen der Völkerwanderunsgzeit bleibt auch das römische Speyer nicht verschont. Bereits um 260 drängen die Alamannen über den Rhein vor, um 275 ist die Stadt nahezu vollständig zerstört, doch schon im 4. Jahrhundert hat sich die Siedlung wieder erholt und wird mit einer Garnison belegt. Um 370 wird auf dem Domhügel eine Festung erbaut, in die sich die Bevölkerung vor neuen Bedrohungen zurückziehen kann, bis schließlich die gesamte Rheingrenze Anfang des 5. Jahrhunderts durch Germaneneinfälle aufgelöst wird. Auch im Namen der Stadt vollzieht sich dieser Bevölkerungswandel: das antike NOVIOMAGUS/NEMETUM wird zum mittelalterlichen SPIRA.

Die Wilheminische Ära beschert dem Speyerer Stadtbild eine Vielzahl repräsentativer Neubauten: Zur Erinnerung an die Protestation des Jahres 1529 wird 1904 mit finanzieller Unterstützung Kaiser Wilhelms II. der bereits 1890 begonnene Bau der Gedächtniskirche eingeweiht. Ein Ereignis, das in der durch Dom und Bischof katholisch geprägten Stadt Anlass zu heftiger Kritik gibt.

Zwischen 1906 und 1910 wird das Historische Museum der Pfalz eingerichtet, das mit den zeitgleichen Bauten Kreisarchiv, Protestantischem Konsistorium, Humanistischem Gymnasium und Bischöflichem Ordinariat die Bebauung des Domplatzes bis heute prägt.

Mit dem verlorenen Krieg zieht 1918 erneut eine französische Besatzungsarmee in die Stadt ein. Rufe nach einer freien Pfalz werden auch im Speyer der 20er Jahre immer wieder laut. Im November 1923 verkünden Separatisten eine autonome Regierung, doch ohne ausreichende Unterstützung aus der Bevölkerung war der Versuch zur Erfolgslosigkeit verurteilt. Noch unter französischer Besatzung feiert die Stadt 1929 die 400-Jahrfeier der Protestation, bei der 900. Wiederkehr der Domgründung im folgenden Jahr ist Speyer wieder unter bayerischer Regierung.

Machtergreifung und Gleichschaltung finden 1933 auch in der Domstadt statt. Mit dem nun beginnenden "Tausendjährigen Reich" enden mehr als 800 Jahre jüdischer Geschichte in Speyer, signalisiert im Brand der Synagoge in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938. 1945 kommen die Franzosen wieder in die Stadt. General Charles de Gaulle nimmt vor dem Dom eine Truppenparade ab. - Erneut Sieger und Besiegte.

Im wirtschaftlichen Aufschwung der 50er und 60er Jahre vergrößert sich Speyer erheblich: neue Wohngebiete, Industrieansiedlungen, Schulen und Krankenhäuser werden errichtet. Fußgängerzonen helfen mit, das Zentrum attraktiver zu gestalten.

Seit dem 2000-jährigen Stadtjubiläum 1990 wird die touristische Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Mit dem Technik Museum und dem Sea Life Aquarium entstehen zwei Besucher-Attraktionen, die neben dem Historischen Museum der Pfalz alljährlich hunderttausende von Besuchern in die Domstadt locken.

 
Linie

Zeittafel

10 v.Chr. Anlage des ersten römischen Militärlagers und Ansiedlung der Nemeter auf dem linken Rheinufer (Archäologische Spuren weisen auf keltische Siedlungstätigkeit in der 2. Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends hin).
um 83 n.
Chr.
Zivilsiedlung Noviomagus wird Vorort der Gaugemeinde der Nemeter - Civitas Nemetum (2.Jh.n. Chr. Blütezeit der Civitas
Nemetum).
250 Bereits Weinbau in der Umgebung von Speyer.
275 Zerstörung der Zivilsiedlung (Civitas Nemetum) durch Alemanneneinfälle.
346 Für Speyer wird ein Bischof erwähnt.
496/506 Früheste Nennung des Namens "Spira".
614 Auf dem Pariser Nationalkonzil nahm der erste, zweifelsfrei nachweisbare mittelalterliche Bischof von Speyer teil.
969 Kaiser Otto I. macht den Bischof zum Stadtherrn; Baubeginn der ersten mittelalterlichen Stadtmauer.
1030 Der salische Kaiser Konrad II. legt den Grundstein zum Speyerer Dom.
1076 Kaiser Heinrich IV. bricht von Speyer, seiner Lieblingsstadt, zum Bußgang nach Canossa auf.
1111 Umfangreiche Privilegien Heinrich V. begründen den langen Weg Speyers zu kommunaler Selbstverwaltung.
um
1230
Rat und Bürgergemeinde erlassen mit Einverständnis des Bischofs das erste Speyerer Stadtrecht.
1294 Der Bischof verliert die meisten seiner früheren Rechte, und die Stadt Speyer zählt von nun an zu den Freien Reichsstädten.
1527-1689 Sitz des Reichskammergerichts in Speyer.
1529 Auf dem Reichstag "protestieren" die evangelischen Reichsstände gegen die reformationsfeindlichen Beschlüsse (d.h. gegen die Aufhebung des "Abschieds" von 1526).
1689 Die Stadt wird im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen fast ganz zerstört (Großer Brand in Speyer, erst 1698 beginnt der Wiederaufbau).
1717 Einweihung der Dreifaltigkeitskirche.
1726 Einweihung des Rathausneubaues.
1775 und 1779 Johann Wolfgang von Goethe weilt in Speyer.
1792 Speyer wird von französischen Revolutionstruppen erorbert und bleibt bis 1814 unter französischer Herrschaft.
1797 Speyer erhält die französische Behördenverfassung.
1816 Die Stadt wird Kreishauptstadt der Pfalz und ist Sitz der Regierung des Bayerischen Rheinkreises später Bayerische Pfalz (bis zum Ende des 2. Weltkrieges).
1829 Der Maler Anselm Feuerbach wird in Speyer geboren.
1859 Gründung der Diakonissenanstalt Speyer
1880 Der Maler Hans Purrmann wird in Speyer geboren.
1893-1904 Bau der Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Protestation von 1529.
1900

Wissenschaftler öffnen die Kaisergräber im Dom
Heinrich Hilgard (Henry Villard), gebürtig aus Speyer, amerikanischer „Eisenbahnkönig“, vielfältiger Förderer seiner Pfälzer Heimat, stirbt auf seinem Landsitz Thorwood am Hudson.

1904

Weihe der zur Erinnerung an die Protestation von 1529 erbauten Gedächtniskirche

1907

Das erste Speyerer Kino, das „Tonbild-Theater“, eröffnet in der Maximilianstraße 15

1910

Erstes Speyerer Brezelfest, heute das größte Volksfest am Oberrhein Historisches Museum der Pfalz, eines der bedeutendsten in Deutschland, wird an heutigen Standort eingeweiht (zuvor,seit 1870 am Siebertplatz/ Willy-Brandt-Platz)

1912

Der Liberale Ernst Hertrich wird erster Berufsbürgermeister der Stadt. Er löst den seit 1904 amtierenden Philipp Lichtenberger ab.

1913

Die Pfalz-Flugzeugwerke produzieren bis1918 etwa 2500 Flugzeuge, sind mit zuletzt ca. 2800 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Region.

1914

Im Ersten Weltkrieg bis 1918 fallen 468 Speyerer

1917

Otto Moericke wird zum Bürgermeister ernannt.

1919

Karl Leiling heißt der erste Oberbürgermeister der Stadt.

1920

Bau des neuen Rheinhafens beginnt (Abschluss der Arbeiten 1924)
Speyer wird "kreisunmittelbare" Stadt

1923

Autonome Regierung der Pfalz; 1924 Attentat auf deren Präsidenten Franz Josef Heinz

1929

Der Rhein ist so stark zugefroren, dass man ihn zu Fuß überqueren kann.

1930

Am 27. Mai verlässt die französische Armee, am 24. Juni die Gendarmerie die Hauptstadt der Pfalz
Zum Domjubiläum (900 Jahre Grundsteinlegung) ist erstmals seit 1871 der Domnapf mit 1560 Litern Wein gefüllt. Seitdem wird der Brauch der einst bei Amtsantritt eines Speyerer Bischofs üblich war, zu besonderen Anlässen wiederholt.

1933-38

Bau der ersten festen Speyerer Rheinbrücke

1938

Pogromnacht: Nationalsozialisten setzen die 1837 erbaute Synagoge in Brand. 1940 folgt die Deportation von über 50 Speyerer Juden; nur wenige überleben den Holocaust.

1945

Rheinbrücke durch deutsche Truppenteile gesprengt
Amerikanische Truppen besetzen die Stadt, kurz darauf von französischer Armee abgelöst
Im Zweiten Weltkrieg sind mindestens 1464 Speyerer gefallen, 263 bleiben vermisst

1946

20köpfiges „Beratendes Bürgerratskomitee“ mit dem parteilosen Oberbürgermeister Hans Hettinger an die Stadtspitze berufen. Im September löst der Christdemokrat Paul Schäfer den kommissarischen OB Hettinger ab

1947

Gründung der Staatlichen Akademie für Verwaltungswissenschaften (heute: Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer)

1949

Paulus Skopp, SPD, beginnt seine 20jährige Ära als Oberbürgermeister
Die 30.000ste Speyererin ist die siebenjährige Vollwaise Karin Ullrich, Flüchtlingskind aus dem Osten

1950

Der Maler Hanns Marsilius Purrmann (1880-1966) wird Ehrenbürger seiner Geburtsstadt

1952

Josef Wendel, Bischof von Speyer, wird nach dem Tod Michael Faulhabers Erzbischof von München und Freising. Schon Faulhaber wechselte 1917 von der Pfalz nach Bayern

1953

Das Speyerer Gymnasium holt die 1940 ausgefallene Feier des 400jährigen Bestehens nach
Im Beisein von Konrad Adenauer und Robert Schuman wird der Grundstein für die Bernharduskirche gelegt. Geweiht wird die deutsch-französische Friedenskirche 1954

1954

Die Ernst Heinkel GmbH produziert in Speyer. Später firmiert das Werk unter VFW, unter Messerschmitt-Bölkow-Blohm und unter Deutsche Airbus GmbH. Ab 1995/96 führt dann die Belegschaft den Betrieb als „Pfalz-Flugzeugwerke Speyer“ in eigener Regie.

1956

Neue Rheinbrücke
Partnerschaft mit Spalding (Großbritannien), 1959 mit Chartres (Frankreich)

1957

Beginn der Domrestaurierung im Hinblick auf die 900-Jahrfeier seiner Weihe 1961; eine neue große Restaurierung läuft 1996 an

1965 Die Stadt stiftet den Hans-Purrmann-Preis und richtet 1990 das Geburtshaus des Malers in der Kleinen Greifengasse als Museum und Gedenkstätte ein.
1969

Der Landkreis Speyer wird aufgelöst, aber Speyer selbst bleibt als einzige Stadt im Land von der rheinland-pfälzischen Gebietsreform unberührt
Nach dem Abtritt von OB Skopp tritt Christian Roßkopf, ebenfalls SPD, das Erbe an; er amtiert bis 1994

1975 Bürgerinitiative rettet Geburtshaus des Malers Anselm Feuerbach (1829-1880) vor dem Abriss
1977

Christdemokrat Georg Gölter, seit 1969 für den Wahlkreis Neustadt-Speyer im Bundestag, avanciert zum Landesminister für Soziales, Gesundheit und Sport. Von 1981 bis 1991 leitet er das Kultusministerium
Erste Fußgängerzonen fertiggestellt (Beginn der Stadtsanierung war 1972)
Stadtarchäologie in Sanierungs- und Neubaugebieten

1980 Die Unesco zeichnet den Speyerer Dom als „Weltkulturerbe“ aus
1987 Papst Johannes Paul II. besucht die Domstadt
1989 Aufnahme der Städtepartnerschaften mit Ravenna (Italien) und Kursk (Russland)
1990

Speyer feiert sein 2000jähriges Bestehen mit zahlreichen Ausstellungen, Konzerten und Aktionen
Die Präsidenten Bush (USA) und Gorbatschow (Sowjetunion) besuchen Stadt und Dom auf Einladung von Kanzler Kohl

1991 Auf einem denkmalgeschützten Industriegelände von 1913 öffnet das Technik-Museum
1992

Bundespräsident Richard von Weizsäcker eröffnet die mehrfach verschobene Salier-Ausstellung. Während ihrer dreimonatigen Dauer strömen fast 500 000 Menschen in das Historische Museum der Pfalz
Partnerschaft mit Gnesen (Polen)
Ein Mahnmal am früheren Standort der Synagoge soll an die lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Speyer erinnern

1994

Werner Schineller (CDU) gewinnt OB-Direktwahl
Land und Stadt kaufen Luftlandeplatz
Bundeskanzler Helmut Kohl besucht mit dem französischen Premierminister Eduard Balladur den Speyerer Dom
Der russische Präsident Brois Jelzin besucht mit seiner Gattin in Gesellschaft von Bundeskanzler Helmut Kohl den Speyerer Dom

1995

700 Jahre alte Fährverbindung nach Rheinhausen nach 29 Jahren Pause wieder eröffnet
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck besucht Speyer.
Der englische Premierminister John Major besucht Speyer.
Oberbürgemeister Schineller, Valerijan Viktorow (Vizepräsident des russischen Föderalrates) und Vladislaw Terechow (Botschafter der russischen Föderation) eröffnen im Rathaus die deutsch-russische Wirtschaftstagung.
Festakt der Speyerer CDU zum 40jährigen Bestehen

1997

Speyer-Besuch des Bundespräsidenten Roman Herzog, 1969 bis 1973 Professor für Staatslehre und Politik an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften, 1971/72 deren Rektor und 1984 dort Honorarprofessor
Abzug der französischen Streitkräfte
Grundsteinlegung für das erste IMAX-Dome Kino auf dem Gelände des Technik Museums

1998

Die Stadt, die jetzt knapp 50 000 Einwohner hat, schließt eine Partnerschaft mit Yavne (Israel)
Großer Zapfenstreich zur Verabschiedung von Bundeskanzler Helmut Kohl von der Bundeswehr

1999

Speyer erhält den Europapreis, die höchste Ehrung des Europarates für städtepartnerschaftliche Aktivitäten
Verkauf des alten Hafens an private Investoren

2000

 

Rund 20 000 Menschen erleben zum Jahreswechsel 1999/2000 die Millenniumsfeier auf der Maximilianstraße in Speyer
Eröffnung des Wilhelmsbaus auf dem Gelände des Technik Museums

2001

Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck den Kaiserdom
Eröffnung des Kulturhofes Flachsgasse (im Juni 2001)

2002

Tagung "Europäischer Mittelstädte 2010" mit acht europäischen Städten und den Partnerstädten Speyers
Dr. Bernhard Vogel wird zum 21. Ehrenbürger der Stadt Speyer ernannt (14. November)
OB Werner Schineller übergibt die Großsporthalle Speyer-Nord ihrer Bestimmung

2003

Eröffnung des Sea Life Speyer (14. April)
Festakt zum 100jährigen Bestehen des Verkehrsvereins Speyer (15. Juli)
Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Luise Herklotz (6. September)
Wiedereröffnung der Stadthalle Speyer (17. Dezember)

 
Linie

Anschrift

Stadtverwaltung Speyer
Maximilianstraße 100
67346 Speyer

Telefon: 0 62 32 / 14 -0
E-Mail:
info@speyer.de

Linie